Fire in my heart

Nach einer Weile, in der Gedanken sortiert, Platz für Neues geschaffen wurde und das Leben eben so an einem vorbei zieht – fast so als würde man eine leere, alte Filmrolle nebenbei laufen lassen – wird man älter, reifer, vielleicht sogar mehr man selbst. Dinge geschehen, Freundschaften werden geschlossen – Erinnerungen geschaffen.

Kennt ihr das, wenn ihr abends im Bett liegt, manche Situationen des Tages, der letzten Wochen oder sogar Monate nochmal durch eure Gedanken fliegen lasst und euch bei der ein oder anderen Erinnerungen beginnt zu schämen, weil ihr euer damaliges Verhalten einfach nicht verstehen könnt? Solche Momente habe ich in letzter Zeit immer öfter. Ich liege abends wach und mir kommen plötzlich Momente in den Sinn, bei denen ich mein Handeln nicht mehr nachvollziehen kann. Ich liege da, schüttle den Kopf und weiß nicht, ob ich über mich lachen oder weinen soll. Ich denke darüber nach, in wie fern sich dieses Verhalten auf meine jetzige Person ausgewirkt hat? Auf die Sina, die ich jetzt bin? Die, mit dem Feuer im Herzen, mit einem, wenn auch kleinen, Ziel vor Augen & die sich nicht mehr über Dinge wundert, die sie sagt oder tut.

Vielleicht soll mir das zeigen, das wir uns verändern. Dass wir älter werden, die Zeit uns prägt und, dass es keinen Grund gibt, sich für etwas zu schämen oder manche Erinnerungen am liebsten löschen zu wollen, weil man sich eventuell blamiert oder zum Gespött gemacht hat. Ich rede nicht von uns als kleine Knirpse, die sich in der Grundschule aus Versehen in die Hose gepinkelt haben, sondern von Momenten, in denen wir nicht genau wussten, wie wir reagieren oder handeln sollten und aus dieser Unsicherheit heraus eben genau das taten, was wir am aller wenigsten tun wollten. Wir gaben Antworten, die sich uns völlig fremd angehört haben, weil wir 100 mal darüber nachgedacht haben, was genau wir sagen sollen. Wenn ich an mich denke, habe ich mich unglaublich von anderen leiten lassen, da genau diese anderen eben die Sicherheit in ihrem Handeln zeigten, die ich gerne gehabt hätte. Ich ließ mich beeinflussen von Meinungen anderer und ließ meiner eigenen Stimme keinen Raum mehr. Dadurch hab ich ein Stück weit meines eigenen Rechts verloren, da ich mir selbst nicht mehr zugehört habe.

Doch ist es denn wirklich schlimm sich zu blamieren? Auch mal unsicher zu sein und nervös, bei Referaten am liebsten aus dem Zimmer zu laufen und sich der Verantwortung – dem LEBEN – nicht zu stellen? Ich finde nicht. Denn durch viele dieser Momente habe ich so unglaublich viel gelernt. Es gibt Peinlichkeiten über die man schmunzelnd hinweg sehen kann, aber dann gibt es eben auch genau die Situationen, die sich wie eine ausgedrückte Zigarette in dein Gedächtnis einbrennen und dich immer wieder daran erinnern, dass du mal Bockmist gebaut oder eventuell jemand anderem oder dir selbst weh getan hast, dich zur Lachnummer 1 oder vor versammelter Mannschaft zum Deppen gemacht hast. Und genau aus letzterem habe ich gelernt. Habe ich eine Stärke aufgebaut, die mich jetzt leitet, um eben diese Unsicherheit mein Handeln nicht mehr bestimmen zu lassen.

 

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